SpieldosenSpieldosen aus dem Erzgebirge

Vor 200 Jahren gab es noch keine Elektrizität. Folglich auch keine Radios, CD-Spieler, LCD-Fersehr und Computer. Wollte man Musik hören, musste man entweder selbst zu einem Instrument greifen oder man setzte ein mechanisches Musikinstrument in Gang, das wie von Zauberhand geführt, von ganz allein eine Melodie abspielt. Aus jener Zeit stammen die erzgebirgischen Spieldosen.

Freilich, ihren Zenit haben sie längst hinter sich. Es ist nur noch etwas für Nostalgiker, so scheint es. Aber auch für jene, die vor allem zur Weihnachtszeit eine besinnliche, festliche Stimmung herbeisehnen, die eine HiFi-Anlage nicht bieten kann. Und so hat die Spieldosenherstellung im Weihnachtsland Erzgebirge auch die Jahrtausendwende überlebt.

die Spieldosenherstellung

Die Spieldose ist ein mechanisches Spielapperat aus Urgroßmutters Zeiten. Aus Holz wird eine ovale bis runde Dose gedrechselt, ähnlich Oma's Schmuckkästchen. Für gewöhnlich haben sie einen Durchmesser von 12 - 15cm. Sie gibt sie aber auch mit 20cm und größer.

In das Holzdöschen ist das Spielwerk eingesetzt. Dieses besteht u.a. aus einer Walze, auf der die Melodie ausgestanzt ist. Diese Walze ist nicht austauschbar, daher kann die Spieldose auch immer nur die eine Melodie spielen. Um so mehr Tonzungen über die Walzen laufen, um so besser klingt es. Am häufigsten werden 18stimmige Spieldosen angeboten, weil diese Spielwerke am preiswertesten sind und mit ihrem leichten quietschen am ehensten an den nicht so perfekten Sound des 19. Jahrhunderts erinnern.

Spieldosen aus dem ErzgebirgeÜber einen kleinen Schlüssel an der Außenseite der Spieldose wird das Spielwerk aufgezogen. Mit einem separater Hebel entriegelt man das Spielwerk zum Abspielen, bzw. sperrt es zum anhalten.

Auf der Spieldose befindet sich ein runder Holzteller, der genau an die Form und größe der Spieldose angepasst ist. Dieser dreht sich durch das Spielwerk. Auf diesem Holzteller haben die Erzgebirgischen Holzkünstler ihre zumeist gedrechselten Figuren aufgeleimt. Die Melodie wird vom Hersteller passend zum Motiv ausgewählt.

Eines der beliebtesten Motive ist die Seiffener Kirche mit Kurrende-Sänger (Sternsinger), meist mit der Melodie „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Außerdem „Christi Geburt“, „der Weihnachtsmann“ und „Winterstimmung“. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Was kosten diese Spieldosen?
Wenn man bedenkt, das allein das preiswerteste Spielwerk schon um die 10,- € kostet, die Holzdose aus einem großen Stück Holz herausgedrechselt werden muss, was Material und Arbeitszeit so um die 18,- € ausmacht, die teilweise farbig bemalten bis zu 10 Figuren auch noch mal um die 20,- € kosten und Vater Staat sich seinen 19% Umsatzanteil (MwSt.) holt, ist man ganz schnell bei 70,- €. Unter dem kann eine Spieldose eigentlich fast nicht hergestellt werden.

Die preiswertesten erzgebirgischen Spieldosen (von allem nur das Nötigste) gibt es bei webshop-erzgebirge.de für um die 50,- €. Die Modellpalette reicht aber auch hinauf bis zu Mozarts' „Kleinen Nachtmusik“, mit 38stimmigen Spielwerk und Edellackierung für fast 400,- €.

Was kann man also schöneres seinen Großeltern zu Weihnachten schenken, als eine Spieldose aus Kinderzeiten!